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"Höchste Eisenbahn!"
Der jüdische Komponist und Texter
Friedrich Hollaender (1896-1976) schuf vor seiner Emigration
in die USA 1933 mehrere kleine Revuetten, in denen er
Elemente der großen Revue mit der politischen Satire
des Kabaretts verband.
Die Theaterwissenschaftlerinnen Maike Schaafberg und Ariane
Wendland haben Hollaenders Revuette "Höchste
Eisenbahn!" (1932) aus den überlieferten Notenskizzen
und einem jahrzehntelang verschollenen Textbuch rekonstruiert
und bringen die temporeiche Nummernrevue nun mit einem
jungen Ensemble aus acht Schauspieler/innen und fünf
Musiker/innen erneut auf die Bühne. Dabei knüpfen
sie an Stil und Flair des Berliner Kabaretts der frühen
dreißiger Jahre an.
"Höchste Eisenbahn!" spielt
zwischen großen Bahnhöfen und kleinen Stationen,
auf denen die unterschiedlichsten Menschen einander begegnen:
Sächsische und angelsächsische Reisegruppen,
träge Gepäckträger, "Strohwitwen"
und selbst die "Unschuld vom Lande". Es wird
das "Ballett der Verbote" getanzt und die geheime
Lust, einmal an der "Notbremse" zu ziehen, besungen.
Doch die Revue warnt auch vor dem "Falschen Zug nach
Nazidonien" und plädiert für Völkerverständigung
und Frieden.
Unserer Meinung nach beweist "Höchste
Eisenbahn!" mit Charme und Raffinesse, dass dieses
zeitkritische Stück in seinen Aussagen bis heute
verblüffend aktuell geblieben ist - gerade auch im
Hinblick auf die zunehmende Fremdenfeindlichkeit und den
Rechtspopulismus in Deutschland und Europa.
Das Berliner Kabarettpublikum mag darüber hinaus
zwar die berühmten Chansons von Hollaender oft gehört
haben, seine Kabarettrevuen aber sind inzwischen gänzlich
unbekannt. Wir sind der Meinung: Siebzig Jahre nach der
Uraufführung ist es "Höchste Eisenbahn",
dies zu ändern!
weiter
... [das stück]
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